Autonomes Forum: Kritische Wissenschaft und Wissenschaftskritik

Um Bildung und Wissenschaft werden momentan viele hart umkämpfte Debatten geführt. Die im letzten Semester beschlossene Erhöhung der Studiengebühren ist ein Ausdruck dessen. Deshalb organisiert Chameleon durch das nächste Semester ein autonomes Forum, wo wir diese Vorgänge verstehen und kritisieren wollen. Das Programm, Aktuelles und begleitende Lektürehinweise findet ihr nach und nach hier auf dem Blog.

Das Programm als PDF

Aktuelle Strukturen der Uni
Mittwoch, 26. Februar, 18:30 – Soziologie Hörsaal 215
Neue Professur an der Uni Basel. – Wie wird eine solche Entscheidung gefällt? Wie stehen Studierende, Unirat, Rektorat, Fakultät und Departement zueinander? Versuch einer Rekonstruktion der Entscheidungsstrukturen an der Universität Basel.

Selbstorganisierte Uni Basel?
Mittwoch, 5. März, 18:30 – Soziologie Hörsaal 215
Ein Geflecht aus Unirat, Rektorat, Wirtschaft und Regierung entscheidet über den Kurs der Uni. Die Gouvernance Strategie ist dabei explizit intransparent, dies auch nach innen: Verwirrung und Spaltung stehen an der Tagesordnung. Doch was für eine Uni wollen wir? Wie können wir diese Uni mitgestalten, die unsere Mitgestaltung nicht vorsieht? Wie können Entscheidungen selbstorganisiert von unten getroffen werden? Welche Entscheidungsstrukturen werden den Differenzen unter uns gerecht? Einige Ideen werden wir selbst mitbringen, vor allem aber wollen wir bei diesem Forum gemeinsam Wege finden: caminando preguntamos.

Ökonomisierung von Bildung
Mittwoch, 19. März, 18:30 – Soziologie Hörsaal 215
Viele osteuropäische Studierende sehnen sich nach der Privatisierung ihrer Hochschulinstitutionen, um ihre Kontrolle durch alte Eliten abzuschütteln. In Österreich scheinen mehr Menschen von Hochschulbildung ausgeschlossen zu werden als in Grossbritannien, obwohl in der Alpenrepublik Bildung öffentlich und beinahe gratis ist. Die EU-Kommission sieht in einem liberalen Umbau des Hochschulwesens einen Ausweg aus der Wirtschaftskrise. Wir diskutieren warum die Verwertung von Bildung und Wissenschaft trotzdem weder eine glaubwürdige noch wünschenswerte Option ist.

Militante Streifzüge an der Uni – über die Aneignung einer Forschungsperspektive
Mittwoch, 26. März, 18:30 – Soziologie Hörsaal 215
Nebst dem Anspruch die kapitalistische Gesellschaft zu verstehen und zu kritisieren, sucht die Militante Forschung nach Mitteln und Wegen eine theo_praktische (Einheit von Theorie und Praxis) Arbeit zu entwickeln, die sich den antagonistischen Subjektivitäten hinwendet, die vermeintliche Objektivität des Wissensbetriebs verneint, vor allem aber selbstverortet reflektiert und an einer praktisch lustvollen Aneignung unserer Fähigkeiten und Produktionsverhältnisse mitarbeitet. Doch was bedeutet all dies für uns? Für uns Studierende, Forschende und sich Widersetzende?

Unibesetzung 2009
Mittwoch, 2. April, 18:30 – Soziologie Hörsaal 215
Im 2009 gab es die letzte grosse Unibewegung. Studierende machten ihrem Unmut über Bologna, Studiengebühren und Unirat luft. Was waren die Ziele, Vorstellungen, und Fehler dieser Bewegung?

queer_feministisches forum*: es geht nicht nur um dich, sondern um viel mehr!
Mittwoch, 16. April, 18:30 – Soziologie Hörsaal 215
Was hat meine Haltung, mein Sprechen, mein Schweigen, mein Schreiben, mein Denken,… mit meinem Geschlecht, meiner Sexualität, meiner Herkunft, meiner Bildung zu tun? Wie werden dadurch unsere Diskussionen und Entscheidungsprozesse beeinflusst? Wie können wir mit den autoritären und androzentrischen Strukturen der Universität umgehen? Wie können wir sie uns kreativ und subversiv aneignen? Wie können wir jemanden hören, wenn sie*_er* keine Sprache hat? Wie können wir Menschen ausserhalb von unseren Normen wahrnehmen? Wir bewegen uns in hierarchischen gesellschaftlichen Verhältnissen, die uns prägen. Wie kommen wir jetzt aus der Scheisse raus?

Business as usual? Eine Kritik der Freiburger Studierendenproteste 2005
Mittwoch, 30. April, 18:30 – Soziologie Hörsaal 215
Vom „Freiburger Frühling“ war die Rede, als im Mai 2005 mehr als 5000 Studierende auf die Strasse gingen, wochenlang in den Streik traten und dabei sogar das Rektorat der Universität besetzten. Das Beispiel breitete sich rasch auf andere Hochschulen aus; bundesweit kamen bei Demonstrationen über 20.000 Studierende zusammen. Am Ende aber lösten sich die grössten Proteste seit 6 Jahren eher folgenlos auf. Was war schief gelaufen? Lag es an den zu harmlosen Aktionsformen der Studierenden, oder auch an ihrem konformistische Selbstverständnis? Was können wir aus dem Scheitern des Freiburger Frühlings für gegenwärtige und zukünftige Proteste lernen? Ist eine andere Uni möglich?

Wissenschaftliche Praxis im Zeitalter neoliberaler Hegemonie
Mittwoch, 7. Mai, 18:30 – Soziologie Hörsaal 215
Peter Streckeisen forscht unter anderem zu Formen des ökonomischen Imperialismus im Bereich der Universität. Was bedeutet dieser für die wissenschaftliche Praxis, verstanden als Kritik der gesellschaftlichen Verhältnisse?

Theorie und Praxis
Im Mai, genaues Datum wird bekannt gegeben.
In welchem Verhältnis stehen Theorie und Praxis? Welche ist die Position der Intellektuellen zu Formen des kollektiven Widerstands? Inwiefern ist die Uni selbst an der Förderung bereits bestehender kultureller Hegemonie beteiligt? Eine Diskussion mit Alex Demirović.

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